Das Elfenhorn: (Bewährungspobe) -9-

Herzlich willkommen im nächsten Kapitel aus "Eisen und Magie: Das Elfenhorn.

Noch haben unsere Helden das Labyrinth nicht einmal alle betreten. Da steht der Erfolg ihrer Suche bereits auf der Kippe. Gegen die Übermacht der alarmierten Wachen besitzen sie keine Chance. Es sei denn, sie schaffen es gemeinsam den Gegnern zu widerstehen.


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Und nun viel Spaß!












Hillgrimm


Das Geräusch der näherkommenden Wachen wurde lauter. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis sie die Eindringlinge bemerkten.

Hillgrimm hatte keine Vorstellung von ihrer Kampfkraft. Aber allein ihre Zahl machte es unmöglich zu entkommen.

Wenn Bud nicht bald auftauchte und einen Fluchtweg gefunden hatte, war ihr Beutezug hier zu Ende.

Sein Plan stand fest. Bei nächster Gelegenheit würde er Nevelle töten. Das Elfenhorn gehörte den Zwergen.

***

Bud


Der Harpunier kämpfte um sein Leben. Seine Lungen drohten zu bersten, der ganze Körper schrie nach Atemluft. Vor ihm verhinderte ein starkes Metallgitter das Weiterkommen. Zur Umkehr war es zu spät, er musste dieses Hindernis beseitigen oder ertrinken. Er setzte seine Harpune wie einen Hebel ein, drückte und presste den seine Waffe gegen die Kante des Gitters. Am Ende gaben die angerosteten Eisenklammern nach. Das schwere Eisengitter fiel nach innen und er tauchte mit dem letzten Rest Luft weiter. Nur wenige Schwimmzüge, dann erreichte er eine kleine Kammer. Endlich Sauerstoff. Zeit, um zu Kräften zu kommen.

***

Nevelle


Sechs gut bewaffnete Wächter umstellten die Eindringlinge. Es war nur eine Frage der Zeit, bis weitere Wachen einträfen. Nevelle hoffte, das Bud einen Fluchtweg finden würde. Jetzt galt es, die Wärter so schnell wie möglich auszuschalten.
Rattenjäger hob die Hände in die Luft und trat den Tempelwachen entgegen. Freundlich lächelnd ließ er sich blitzschnell auf die Knie fallen. Erst zuckte der rechte, dann der linke Arm nach vorne. Wie zwei silberne Blitze flogen seine Wurfmesser und ihre Klingen trafen die Kehlen der beiden Gegner vor ihm. Danach erhob er sich und öffnete seinen Mantel. Die Elfin sah, dass er seine komplette Sammlung Messer mitgebracht hatte. Die Wurfwaffen reihten sich griffbereit in seinem Gürtel. Und wenn die kleine Ausbeulung nicht täuschte, steckte eine weitere Waffe in seinem Stiefel. Die war neu.

Zeit ihren Teil zu übernehmen.

Die Waldelfin zückte ihr Schwert. In ihrer Linken trug sie einen breiten Dolch aus Kalth. Einer der Leibwächter Ferkes besaß augenscheinlich Übung darin, den vergrößerten Handgriff dieser Stichwaffe wie einen beweglichen Schild einzusetzen. Nevelle hielt es für eine gute Idee, dieses nützliche Hilfsmittel nicht im Gefängnis zu lassen und hatte es eingesteckt. Die Elfin war heiß auf einen Waffengang. Kein sadistischer Kerkermeister, ohne Ratten. Ein offener Schwertkampf.

Hillgrimm hob seine Streitaxt. Seine Wunde behinderte ihn mehr, als er gedacht hatte. Aber er würde hinter diesen Angebern nicht zurückstehen. Wenn die dachten, ein Zwerg einem Zweikampf auswiche, täuschten sie sich. Er duckte sich und nahm Maß.

Zu seinen Erfahrungen gehörte es, dass das Menschenvolk sein Volk für langsame Wesen hielt. Vermutlich verführten seine kurzen Beine zu dieser Annahme. Ein weiterer Vorteil bestand darin, dass kaum ein Mensch im Waffentraining gegen jemand übte, der nur halb so groß war. Schneller als erwartet, erreichte er die beiden Wachen, die er sich als Opfer ausgewählt hatte. Der eine hob noch seinen Säbel, als ihm die Axt des Zwerges in den Unterleib fuhr. Hillgrimm blieb nicht stehen, sondern rannte am Getroffenen vorbei. Im Vorbeilaufen ein zweiter Hieb, und er konnte sich dem nächsten Wächter widmen.

Der erkannte gerade, dass er es alleine mit einer Übermacht aufnehmen musste. Denn Nevelles Gegner lagen ebenfalls tot oder bewusstlos im Gras. Er entschied sich zur Flucht, aber Rattenfängers Wurfmesser war schneller.

Wo blieb Bud?

***


Bud


Der Harpunier tauchte in einer dunklen Kammer auf. Durch einige schmale Schlitze in der Decke drang nur wenig Licht. Er brauchte eine Weile, um zu Atmen zu kommen und seine Augen an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen.

Der Seefahrer verließ über eine kleine Steintreppe das Wasser. Seinen Reflexen als Krakenjäger hatte er es zu verdanken, dass er die Harpune im Kampf gegen den Erstickungstod nicht verloren hatte. Er löste das Seil von seiner Waffe und band es an einen der eisernen Ringe an der Mauer. Er rang immer noch nach Luft, als er leise schlurfende Geräusche vernahm.

Er war offenbar nicht alleine. Vorsichtig versuchte er ihre Quelle ausfindig zu machen. Es klang wie die Schritte eines patrouillierenden Wächters, doch seltsam fremd und ungewohnt. Hillgrimm hatte versprochen, dass es sich beim Bewacher des Tempelschatzes um ein Gerücht handeln würde. Aber er hatte beschlossen, dem Zwerg zu misstrauen. Er hatte das Gefühl, dass Nevelle und er ihre eigenen Ziele verfolgten.

Die Laute kamen näher. Erfolglos suchte er nach einem Versteck. Bud ging zurück ins Wasser. Von da aus konnte er unbemerkt feststellen, wie groß die Bedrohung war.

Er wählte einen Bereich abseits der Treppe, der im Schatten lag, und hielt nur den Kopf über Wasser. Dann wartete er ab.

***

Nevelle


"Da kommen noch mehr“, Rattenfänger holte sich sein Messer zurück. "Viel Zeit bleibt uns nicht. Wenn einmal Alarm ausgelöst ist, wird sehr bald Verstärkung eintreffen."

Nevelle übernahm die Initiative. "Zuerst sollten die toten Wachen verschwinden. Am besten übernimmt der Fluss dieser Aufgabe. Ich schlage vor, wir folgen Bud, bevor ihre Kameraden auftauchen. Wir brauchen nur der Leine entlang zu schwimmen."

"Ins Wasser“, Hillgrimm behagte der Gedanke an einen Tauchgang gar nicht. "Vielleicht gibt es eine andere Lösung."

"Bessere Vorschläge werden gerne angenommen." Rattenfänger nahm ihren Beutel und überprüfte das Seil. "Es ist fest angebunden. Er hat es also geschafft. Lasst uns schnell machen."

"Jetzt gilt es nur noch zu bestimmen, in welcher Reihenfolge wir ihm folgen", meinte Nevelle.

"Ich gehe auf keinen Fall als Letzter", Hillgrimm hob seine Streitaxt. "Dieser Elfenbrut ist zuzutrauen, dass sie das Tau kappt, um mich loszuwerden."

Rattenfänger versuchte zu schlichten. "Also gut. Was schlägst du vor? Aber mach schnell."

"Die Elfe zu erst. Danach ich. Du zuletzt."

"Wieso?"

"Du hast die Karte. Wenn sie das Seil abschneidet, geht mit dir der Plan verloren."

"Klingt vernünftig."

***




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