Das Elfenhorn (Geldsorgen) -2-

Der Vorhang für "Eisen und Magie: Das Elfenhorn" ist gefallen. In dieser Episode stelle ich Euch die nächsten Protagonisten vor. Und sie kämpfen gegen ein verbreitetes Problem bei Abenteurern:
Geldsorgen. Und da ist noch die Sorge um eine Freundin!

Viel Spaß mit der nächsten kostenlosen Episode aus "Eisen und Magie: Das Elfenhorn"!

Das erste Kapitel verpasst. Ihr findet es hier!


Im »Blauen Thron«


Der mitgenommene Holztisch im »Blauen Thron« hatte schon harte Zeiten mitgemacht. Der Wirt kaufte die alten Bretter eines Seglers, als er kurz nach der Belagerung durch die Armee der Wilden Horde die Schenke neu aufbauen musste. Über die Jahre bewährte sich diese Entscheidung, denn das Möbelstück überstand so manche Wirtshauskeilerei. Das Holz weckte Erinnerungen bei seinen Gästen, die zu einem großen Teil aus Matrosen und Seeleuten bestanden. Es roch immer noch nach Salz und dem Teer, der einst die Ritzen zwischen den Planken abdichtete. Auch jetzt fuhr einer der beiden Männer, die dort saßen, eindeutig zur See.

Sein Gegenüber, ganz in Schwarz in einen seltsamen Pelz gehüllt, schlug mit seinem Becher auf die Tischplatte. „Egal, was du sagst, Bud. Wir brauchen einen Zwerg.“

Der Seefahrer boxte ihn als Antwort gegen seinen Oberarm: „Rattenfänger, bist du wahnsinnig. Sei leise. Die anderen Gäste geht das nichts an.“

Doch sein Freund gab keine Ruhe. „Ohne Zwergenaugen kommt niemand so tief unter die Erde.“

„Du kennst die Elfin. Nevelle hasst die Kurzen.“

„Sie erfährt es erst in dem Augenblick, wo wir vor ihrer Zellentür stehen.“

Die Streithähne bestellten frisches Bier. Die Kellnerin kannte die Kundschaft im »Blauen Thron« und wartete, bis die nötigen Münzen auf ihrer Hand lagen. Dann ein prüfender Blick, ob die Summe stimmte. Als alles zur ihrer Zufriedenheit ausfiel, stellte die Bedienung die Becher ab. Bud und Rattenfänger gehörten zu den Stammgästen. Wenn es jedoch um ihre Liquidität ging, erlebten die Zwei gute, aber häufig genug schlechte Tage. Kein Grund also, unvorsichtig zu sein.

Betrübt blickten die Beiden ihr nach. Das waren ihre letzten Geldstücke gewesen.

Sobald niemand mehr mithören konnte, eröffnete der Seefahrer erneut die Diskussion: „Was ist mit dir. Du jagst Ratten. Du bist die Arbeit da unten gewohnt.“

„Irrtum. Erfahrene Rattenjäger bleiben schön da, wo ausreichend Tageslicht einfällt. So tief suchen nur die Narren. Und nie lange. “

Bud seufzte: „Ich verbrachte mein Leben auf See. Oder in Schenken wie dieser. Dunkle Keller, Spinnweben! Da läuft es mir eiskalt meinen Rücken runter. Meine Welt sind frische Luft und Wind.“

Ein Matrose torkelte vorbei. Rattenfänger stellte ihm heimlich ein Bein. Freundlich half er dem gestürzten Mann aufzustehen. Dann drehte er ihn in Richtung Hintertür, wo sich der Abort des »Blauen Throns« befand. „Diesen Kurs halten. Dort findest du alles, was du brauchst.“

Er beobachtete den schwankenden Seemann, bis er durch die Tür und damit außer Sichtweite war. Lässig warf er ein paar Münzen hin, die er gerade aus dessen Tasche gezogen hatte. „Reicht für zwei weitere Becher. Doch wir werden bald einen Entschluss fassen müssen.“

Beide brüteten über ihren Getränken.

Der Betrunkene kehrte zurück und stellte sich an die Theke zu seinen Freunden. Nach einer Weile lieferte er sich mit seinen Trinkgenossen ein heftiges Wortgefecht.

Bud, griff erneut die Initiative: „Nevelle hatte irgendwas am Kochen. Ausreichend Geld, um ihre Reise auf dem Fluss bis nach Gerond zu bezahlen. Und genug für uns.“

„Gerond und dann weiter in die Waldstädte. Es verging kein Tag ohne dieses Thema.“

„Das war ihr Traum. Wieder zu ihrem Volk.“

„Noch ist Nevelle nicht tot.“

Mittlerweile musste er die Stimme anheben. Der Streit an der Theke wurde lauter.

„Stimmt. Wieso hat Ferke sie in nen Keller gesteckt.“

„Schulden, nehme ich an.“

„Im Keller kann niemand bezahlen.“

„Schätze, er will sie verkaufen. Ein Elf bringt nen guten Preis.“

„Wenn er das vorhat, setzen die ihn auf ihre Todesliste.“

„Er macht eh nie Geschäfte bei den Waldleuten.“

Der Streit verlagerte sich von der Theke zu ihrem Tisch. Der Matrose brachte diesmal eine Handvoll Zechkumpane mit und stellte sich vor Rattenfänger in Position: „Du hast mich beklaut.“

Der verzog keine Miene: „Wieviel?“

Der Seemann schaute sich um: „Mindestens 5 Stücke Silber waren in meinen Taschen, als ich durch die Hintertür wollte. Gib sie her!“

Bud hob fragend die Augenbraunen, aber sein Freund schüttelte den Kopf. „So viel Geld. Da säßen wir längst nicht mehr im „Blauen Thron“. Da kraulten uns die Mädchen in Cleos Stall das lockige Haupt. Und andere haarige Körperteile. Mach dich weg, du störst ein wichtiges Gespräch.“

„Dein Komplize ist gleich danach dran. Komm hoch, damit ich dir das Mundwerk stopfen kann.“

„Ich brauche Ruhe zum Nachdenken.“ Bud stand auf. Über zwei Meter tätowierte Muskelmasse und Narben. Die Matrosen erkannten die kreisrunden Male der Tiefseekraken, die der Riese jahrelang jagte. Ihr Gegner gehörte zu den wenigen Harpunierern, die diese Ungeheuer des Meeres bekämpft hatten.

Und es überlebte.

Es gab keine so großen Kraken mehr. Die Tiere verschwanden vor einigen Jahren, daraufhin war die lukrative Jagd eingestellt worden.

Der Krakenjäger griff nach seiner Harpune. Die andere Hand rückte drohend das schwere Entermesser in seinem Gürtel zurecht.

Dann erhob sich Rattenfänger.

Deutlich kleiner und schmaler als sein Freund wirkte er in seinem dünnen Mantel harmloser. Bis er freudlos lächelnd von irgendwo ein Paar Wurfmesser hervorzauberte, die er so schnell rotieren ließ, dass das Auge ihnen nicht folgen konnte. In der Bewegung verwandelten sich die zwei Messer in drei, schließlich in vier Klingen. Ein kurzer Ruck aus dem Handgelenk und alle steckten sauber in einer Reihe direkt vor ihm in der Holzplatte.

Eine der Streitlustigen scharrte mit den Füßen: „Komm Sargh. Du hast in diesem Hafen noch nie mehr als fünfzig Kupferstücke besessen. Von fünf Silbermünzen ganz zu schweigen. Keine Lust, mich für dich aufschlitzen zu lassen.“

Seine Kumpane stimmten murmelnd ein und die Gruppe zog sich an die Theke zurück.

Bud zeigte auf die Messer: „Die drehten sich früher schneller.“ Er setzte sich und griff nach seinem Bier.

„Halts Maul.“ Auch Rattenfänger nahm sich seinen Stuhl. Nach einem Schluck führten die Beiden ihr Gespräch wieder fort: „Nevelle wird ihn umbringen.“

„Sie ist schlau und wird es einsehen. Ohne Hilfe bekommen wir sie nicht aus dem Verlies raus.“

„Dann tötet sie ihn, sobald wir draußen sind.“

„Das kann uns in diesem Moment egal sein. Hauptsache wir können sie befreien.“

„Was willst du dem Zwerg anbieten?“

„Na, Geld.“

„Welches Geld?“

***


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