Das Elfenhorn (Neue Probleme) -13-

Herzlich willkommen im nächsten Kapitel aus "Eisen und Magie: Das Elfenhorn.

Jetzt konkretisieren sich die Pläne des neuen Mitspielers. Sein Vorhaben könnte die Suche nach dem legendären Elfenhorn nioch schwieriger machen. Und der Rattenfänger bemerkt einen großen Verlust!

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Und nun viel Spaß







Rattenfänger


Rattenfänger war sich darüber im Klaren, dass er bestenfalls einen brüchigen Frieden erreichte. Das Horn schien auf Elf und Zwerg eine solche Faszination auszuüben, dass er spätestens in der Schatzkammer mit einer neuen Auseinandersetzung rechnete. Auf Bud konnte er sich weiterhin verlassen. Doch die beiden anderen Gefährten stimmten nur widerwillig zu.

Der Harpunier berichtete, dass vermutlich weitere Wächter und Reitskorpione im Labyrinth patrouillierten. Die Enge der Durchgänge bot allerdings lediglich einer berittenen Wache ausreichend Platz. Dieser Umstand brachte ihnen bei einer Begegnung einen kleinen Vorteil. In einer größeren Kammer wurde es gefährlicher, denn dort drohte das Risiko umzingelt zu werden. Mehr Sorgen bereitete ihm, dass Shadek selbst die Überwachung organisierte. Denn in einem Punkt stimmten die Angaben der beiden Streithähne überein. Den Auftrag hatten sie von dem Oberpriester erhalten. Und ohne seine Karte besaß die zerstrittene Gruppe keine Chance, die Schatzkammer zu erreichen. Nicht auszuschließen, dass ihr Auftraggeber ein doppeltes Spiel trieb.

Er griff in die Innentasche seines Mantels und musste feststellen, dass seine Probleme vergrößert hatten.

Dubek


Der Attentäter gehörte zum Klan der Assan. Diese Meuchelmörder besaßen einen guten Ruf. Ihre Loyalität war berühmt, und Dubek zahlte jede Woche eine hohe Summe für ihre exklusiven Dienste. So konnte er sicher sein, dass kein anderer aus der Hierarchie der Priester sie anwerben würde. Es gab zwar weitere Mördergilden in der Stadt, aber die verfügten nicht über ihre Kunstfertigkeit. Gleichzeitig garantierte dieses Abkommen seinen Schutz. Denn er nutzte nicht nur ihre Fähigkeiten als Mörder, sondern ihre Mitglieder hatten ihre Ohren überall in der Hafenstadt. Zweimal schon warnten ihre Spione ihn vor Anschlägen, die Konkurrenten vorbereiteten, um seine Stellung einzunehmen. Jedes Mal reagierte er rechtzeitig und ließ die Auftraggeber von seinen eigenen Meuchelmördern umbringen. Seitdem versuchte es niemand mehr.

Dubek sorgte dafür, dass er alleine war. Dann trat der Attentäter aus dem Schatten. Ein kleiner Beutel Silber wechselte seinen Besitzer, und im harten Dialekt der Assan erhielt der Priester die neusten Informationen. Überrascht erfuhr er, dass jemand in den dunklen Ecken der Stadt nach Abenteurern gesucht hatte, die in die Schatzkammer eindringen sollten. Die Belohnung schien trotz des Risikos hoch zu sein, denn die Suche verlief offenbar erfolgreich. Aber er wusste, dass er sein Geld gut angelegt hatte, als er hörte, wer diesen Auftrag erteilte. Shadek plante, seinen eigenen Tempel zu bestehlen.

Rattenfänger


Rattenfänger wählte den gleichen Gang, in dem der Oberpriester mit seinem Skorpion verschwunden war. Das Licht der mitgebrachten Fackeln reichte aus, um sich in der Dunkelheit zu bewegen. Bud übernahm die Nachhut und hielt ein wachsames Auge auf die beiden Streithähne, die vorläufig Frieden geschlossen hatten.

Unmerklich, doch stetig senkte sich der Steinboden und brachte die Gruppe immer weiter in die Katakomben unterhalb des Tempels. Abzweigungen ignorierte der Rattenjäger, bis die Abenteurer schließlich am Ende eine wacklige Holztreppe erreichten, die steil in die Tiefe führte.

"Hier geht es nur abwärts", meinte Bud. "Bist du sicher, dass wir richtig sind."

"Das einzige Problem, dass ich sehe, ist diese Treppe". Rattenfänger zeigte keine Anzeichen von Unsicherheit. "Ihre Stufen wirken doch ziemlich baufällig. Die hat niemand seit vielen Jahren benutzt. Wenn sie uns in Bereiche bringt, die selten betreten werden, dann sind wir richtig."

Nevelle prüfte vorsichtig den Rahmen der Konstruktion. Das alte Holz stöhnte. Holzstaub rieselte in die Tiefe, und die Balken bewegten sich bedrohlich unter ihrem Griff.

"Wenig vertrauenerweckend. Es sollte immer nur ein Einzelner gehen. Mehr hält es nicht aus." Die Elfin blickte in die Runde. "Ich versuchs als Erster."

"Warte!" Der Harpunier nahm eine der Fackel und ließ sie ins Dunkle hinabfallen. Ihr Licht beleuchtete einen festgetretenen Lehmboden. Dieser Teil der Katakomben schien älter zu sein. Kleine schwarze Skorpione verschwanden vor dem Fackellicht in Rissen und Spalten des Mauerwerks.

Nevelle warf einen Blick auf die Tiere und meinte: "Mit dieser Größe komme ich klar. Wünscht mir Glück!"

Vorsichtig balancierte die Waldelfin über die Stufen. Gelegentlich knarrte das Holz bedrohlich, doch die Treppe hielt.

Rattenfänger folgte ihr. Er erreichte nicht die Geschicklichkeit der Elfin, immer wieder warnte ein leichtes Schaukeln vor dem Weitergehen, aber er stand bald sicher neben ihr.

Als Hillgrimm seinen Fuß auf die erste Treppenstufe setzte, bog sich der dünne Balken durch. Ein Riss bildete sich, und er trat schnell zurück.

"Wieso bist du so schwer", fragte Bud. Der Zwerg zählte zusammen: "Streitaxt, Kettenhemd, Helm, Knieschutz, Kriegerstiefel und starker Knochenbau."

"Am besten, du lässt diese Sachen hier. Dann dürfte es reichen. Ich werfe sie anschließend runter."

"Aber nur, wenn mir diese Elfenbrut vom Leib bleibt." Hillgrimm sah ein, dass er in voller Ausrüstung keine Chance hatte. Die Treppe war zu steil, um hinab zu springen. Bud hatte ihm bereits mindestens einmal das Leben gerettet. Er musste seinen Vorschlag annehmen.

Seine Rüstung und Waffen übergab er dem Harpunier. Argwöhnisch wagte er seinen nächsten Schritt. Wegen seinen kurzen Beinen erreichte er knapp die zweite Stufe, die leise stöhnte, jedoch hielt. Er bewies seine Erfahrung aus vielen Jahren in Zwergenminen und bewegte sich vorsichtig, aber stetig abwärts. Das Holz protestierte laut, doch es bildeten sich keine neuen Risse. Nach seinem erfolgreichen Abstieg drehte er sich um und forderte Bud auf, ihm zu folgen.

Der Seefahrer warf ihren Sack mit Fackeln und anderen Hilfsmitteln hinunter und wollte die Ausrüstung des Zwergs hinterher werfen. Damit weckte er allerdings seinen Protest. "Wenn da eine Beule reinkommt, haue ich dir das Teil um die Ohren!"

Seufzend packte sich der Harpunier den ganzen Kram unter dem Arm und setzte leise fluchend seinen Fuß auf die erste Stufe.

Dubek


Der Tempelschatz war beachtlich. Die Präsentation des Elfenhorns spülte zweimal im Jahr erhebliche Summen in die Kassen der Priesterschaft. Entsprechend großen Einfluss besaß der Oberpriester, der diesen Reichtum verwaltete. Vorteile, die ein Mann wie Shadek sowohl innerhalb, aber auch außerhalb der Tempelmauern nutzte. Ob er dabei das Wohl der Tempelgemeinschaft oder seine eigenen Interessen bevorzugte, konnte niemand wissen. Dazu verfügte der Amtsinhaber über zu viel Macht und Autorität.

Dubek beschloss, dass der Zeitpunkt gekommen war, dessen Position einzunehmen. Der ausgelöste Alarm sorgte für ausreichend Verwirrung und Durcheinander. In seinem Schutz würde der Mord an dem Oberpriester leichter gelingen und seinen wahren Auftraggeber verschleiern.

Wieder wechselte ein Beutel den Besitzer. Doch diesmal bestand der Inhalt nicht aus Silber, sondern aus Gold. Lautlos verschwand der Attentäter in der Nacht.


***



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