Jetzt konkretisieren sich die Pläne des neuen Mitspielers. Sein Vorhaben könnte die Suche nach dem legendären Elfenhorn nioch schwieriger machen. Und der Rattenfänger bemerkt einen großen Verlust!
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Und nun viel Spaß
Rattenfänger
Rattenfänger
war sich darüber im Klaren, dass er bestenfalls einen brüchigen Frieden
erreichte. Das Horn schien auf Elf und Zwerg eine solche Faszination auszuüben,
dass er spätestens in der Schatzkammer mit einer neuen Auseinandersetzung rechnete.
Auf Bud konnte er sich weiterhin verlassen. Doch die beiden anderen Gefährten
stimmten nur widerwillig zu.
Der
Harpunier berichtete, dass vermutlich weitere Wächter und Reitskorpione im
Labyrinth patrouillierten. Die Enge der Durchgänge bot allerdings lediglich
einer berittenen Wache ausreichend Platz. Dieser Umstand brachte ihnen bei
einer Begegnung einen kleinen Vorteil. In einer größeren Kammer wurde es
gefährlicher, denn dort drohte das Risiko umzingelt zu werden. Mehr Sorgen
bereitete ihm, dass Shadek selbst die Überwachung organisierte. Denn in einem
Punkt stimmten die Angaben der beiden Streithähne überein. Den Auftrag hatten
sie von dem Oberpriester erhalten. Und ohne seine Karte besaß die zerstrittene
Gruppe keine Chance, die Schatzkammer zu erreichen. Nicht auszuschließen, dass
ihr Auftraggeber ein doppeltes Spiel trieb.
Er
griff in die Innentasche seines Mantels und musste feststellen, dass seine
Probleme vergrößert hatten.
Dubek
Der
Attentäter gehörte zum Klan der Assan. Diese Meuchelmörder besaßen einen guten
Ruf. Ihre Loyalität war berühmt, und Dubek zahlte jede Woche eine hohe Summe
für ihre exklusiven Dienste. So konnte er sicher sein, dass kein anderer aus
der Hierarchie der Priester sie anwerben würde. Es gab zwar weitere Mördergilden
in der Stadt, aber die verfügten nicht über ihre Kunstfertigkeit. Gleichzeitig
garantierte dieses Abkommen seinen Schutz. Denn er nutzte nicht nur ihre
Fähigkeiten als Mörder, sondern ihre Mitglieder hatten ihre Ohren überall in
der Hafenstadt. Zweimal schon warnten ihre Spione ihn vor Anschlägen, die
Konkurrenten vorbereiteten, um seine Stellung einzunehmen. Jedes Mal reagierte
er rechtzeitig und ließ die Auftraggeber von seinen eigenen Meuchelmördern
umbringen. Seitdem versuchte es niemand mehr.
Dubek
sorgte dafür, dass er alleine war. Dann trat der Attentäter aus dem Schatten.
Ein kleiner Beutel Silber wechselte seinen Besitzer, und im harten Dialekt der
Assan erhielt der Priester die neusten Informationen. Überrascht erfuhr er,
dass jemand in den dunklen Ecken der Stadt nach Abenteurern gesucht hatte, die
in die Schatzkammer eindringen sollten. Die Belohnung schien trotz des Risikos
hoch zu sein, denn die Suche verlief offenbar erfolgreich. Aber er wusste, dass
er sein Geld gut angelegt hatte, als er hörte, wer diesen Auftrag erteilte.
Shadek plante, seinen eigenen Tempel zu bestehlen.
Rattenfänger
Rattenfänger
wählte den gleichen Gang, in dem der Oberpriester mit seinem Skorpion
verschwunden war. Das Licht der mitgebrachten Fackeln reichte aus, um sich in
der Dunkelheit zu bewegen. Bud übernahm die Nachhut und hielt ein wachsames
Auge auf die beiden Streithähne, die vorläufig Frieden geschlossen hatten.
Unmerklich,
doch stetig senkte sich der Steinboden und brachte die Gruppe immer weiter in
die Katakomben unterhalb des Tempels. Abzweigungen ignorierte der Rattenjäger,
bis die Abenteurer schließlich am Ende eine wacklige Holztreppe erreichten, die
steil in die Tiefe führte.
"Hier
geht es nur abwärts", meinte Bud. "Bist du sicher, dass wir richtig
sind."
"Das
einzige Problem, dass ich sehe, ist diese Treppe". Rattenfänger zeigte
keine Anzeichen von Unsicherheit. "Ihre Stufen wirken doch ziemlich
baufällig. Die hat niemand seit vielen Jahren benutzt. Wenn sie uns in Bereiche
bringt, die selten betreten werden, dann sind wir richtig."
Nevelle
prüfte vorsichtig den Rahmen der Konstruktion. Das alte Holz stöhnte. Holzstaub
rieselte in die Tiefe, und die Balken bewegten sich bedrohlich unter ihrem
Griff.
"Wenig
vertrauenerweckend. Es sollte immer nur ein Einzelner gehen. Mehr hält es nicht
aus." Die Elfin blickte in die Runde. "Ich versuchs als Erster."
"Warte!"
Der Harpunier nahm eine der Fackel und ließ sie ins Dunkle hinabfallen. Ihr
Licht beleuchtete einen festgetretenen Lehmboden. Dieser Teil der Katakomben
schien älter zu sein. Kleine schwarze Skorpione verschwanden vor dem
Fackellicht in Rissen und Spalten des Mauerwerks.
Nevelle
warf einen Blick auf die Tiere und meinte: "Mit dieser Größe komme ich
klar. Wünscht mir Glück!"
Vorsichtig
balancierte die Waldelfin über die Stufen. Gelegentlich knarrte das Holz
bedrohlich, doch die Treppe hielt.
Rattenfänger
folgte ihr. Er erreichte nicht die Geschicklichkeit der Elfin, immer wieder
warnte ein leichtes Schaukeln vor dem Weitergehen, aber er stand bald sicher
neben ihr.
Als
Hillgrimm seinen Fuß auf die erste Treppenstufe setzte, bog sich der dünne
Balken durch. Ein Riss bildete sich, und er trat schnell zurück.
"Wieso
bist du so schwer", fragte Bud. Der Zwerg zählte zusammen: "Streitaxt,
Kettenhemd, Helm, Knieschutz, Kriegerstiefel und starker Knochenbau."
"Am
besten, du lässt diese Sachen hier. Dann dürfte es reichen. Ich werfe sie
anschließend runter."
"Aber
nur, wenn mir diese Elfenbrut vom Leib bleibt." Hillgrimm sah ein, dass er
in voller Ausrüstung keine Chance hatte. Die Treppe war zu steil, um hinab zu
springen. Bud hatte ihm bereits mindestens einmal das Leben gerettet. Er musste
seinen Vorschlag annehmen.
Seine
Rüstung und Waffen übergab er dem Harpunier. Argwöhnisch wagte er seinen
nächsten Schritt. Wegen seinen kurzen Beinen erreichte er knapp die zweite
Stufe, die leise stöhnte, jedoch hielt. Er bewies seine Erfahrung aus vielen
Jahren in Zwergenminen und bewegte sich vorsichtig, aber stetig abwärts. Das
Holz protestierte laut, doch es bildeten sich keine neuen Risse. Nach seinem
erfolgreichen Abstieg drehte er sich um und forderte Bud auf, ihm zu folgen.
Der
Seefahrer warf ihren Sack mit Fackeln und anderen Hilfsmitteln hinunter und
wollte die Ausrüstung des Zwergs hinterher werfen. Damit weckte er allerdings
seinen Protest. "Wenn da eine Beule reinkommt, haue ich dir das Teil um
die Ohren!"
Seufzend
packte sich der Harpunier den ganzen Kram unter dem Arm und setzte leise
fluchend seinen Fuß auf die erste Stufe.
Dubek
Der
Tempelschatz war beachtlich. Die Präsentation des Elfenhorns spülte zweimal im
Jahr erhebliche Summen in die Kassen der Priesterschaft. Entsprechend großen
Einfluss besaß der Oberpriester, der diesen Reichtum verwaltete. Vorteile, die
ein Mann wie Shadek sowohl innerhalb, aber auch außerhalb der Tempelmauern
nutzte. Ob er dabei das Wohl der Tempelgemeinschaft oder seine eigenen
Interessen bevorzugte, konnte niemand wissen. Dazu verfügte der Amtsinhaber
über zu viel Macht und Autorität.
Dubek
beschloss, dass der Zeitpunkt gekommen war, dessen Position einzunehmen. Der
ausgelöste Alarm sorgte für ausreichend Verwirrung und Durcheinander. In seinem
Schutz würde der Mord an dem Oberpriester leichter gelingen und seinen wahren
Auftraggeber verschleiern.
Wieder
wechselte ein Beutel den Besitzer. Doch diesmal bestand der Inhalt nicht aus
Silber, sondern aus Gold. Lautlos verschwand der Attentäter in der Nacht.
***
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