Die freunde freuen sich, gemeinsam ein weiteres Hindernis auf ihrem Weg zum legendären Elfenhorn beseitigt zu haben. Ein neuer Mitspieler tritt auf. Er hat seine eigenen Pläne, aber auf wessen Seite greift er ein?
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Und nun viel Spaß!
Rattenjäger
Hillgrimm freute
sich über seine Entscheidung, diese beiden Abenteurer überredet zu haben. Unter
den Dingen, die Bud hervor kramte, gehörte auch ein Schlauch mit einem
kräftigen Rotwein. Gerade versuchte der Zwerg, die letzten Reste des Schlamms
im Mund auszuspülen. "Guter Wein, zu Schade, um ihn auszuspucken. Wer hat
mich eigentlich aus dem Wasser gefischt."
Der Harpunier
zögerte und warf einen kurzen Blick zur Elfin. "Eine gemeinsame Aktion. Du
hättest das verdammte Seil nicht loslassen sollen."
"Wir müssen
reden!" Rattenjäger beschloss, dieses Unternehmen nicht fortzuführen, bis
nicht alle Geheimnisse und Lügen aufgedeckt waren. "Unter diesen Umständen
wird keiner diese Sache hier überleben."
"Wenn du
abhauen willst, dann geh!" Die Elfin verschränkte die Arme vor die Brust.
Bud stellte sich
auf die Seite seines Freundes. "Er hat Recht. Ihr beide, Zwerg und Elf,
benutzt Rattenfänger und mich für eure eigenen Zwecke. Nevelle, wie viele
Abenteuer haben wir zusammen bestanden? Wie oft gegenseitig die Haut gerettet?
Stimmt es, dass du Hillgrimm außer Gefecht gesetzt hast, um an das Elfenhorn zu
kommen?"
Die Elfin
betrachtete einen Moment lang die Überreste des Skorpions, dann drehte sie sich
plötzlich um: "Das Horn gehört uns Waldleuten. Und niemand sonst! Als ich
erfuhr, dass Shadek jemand anderem beauftragte, wurde mir klar, dass es mein
Auftrag sein musste. Dass er ihn an einen Zwerg weitergab, war ungeheuerlich.
Durch ihren Verrat ging es verloren. Es darf nicht noch einmal in ihre Hände
gelangen!"
Bud hielt den
mittlerweile wutschnaubenden Hillgrimm zurück: "Jetzt erzähl du, was es
mit dem Elfenhorn auf sich hat."
"Schon der
Name ist eine Lüge. Elfenhorn. Dass ich nicht lache. Wir verwendeten Gold und
Silber und verzierten das Horn in der Zwergenschmiede. In Alterberge sollte
dann unser Bund besiegelt werden, aber es erreichte nie seinen
Bestimmungsort."
"Wer besaß
es zuletzt?"
"Die
Elfen!" kam aus der einen Ecke. "Die Zwerge", aus der anderen.
"Die
Schlacht bei Altenberge war vor 350 Jahren." Der Rattenfänger versuchte zu
schlichten. "In der Zeit hat sich so viel Hass aufgestaut, dass niemand
diese Frage hier und heute klären kann. Unbestreitbar ist allerdings, dass wir
zusammen in diesem Labyrinth stecken und uns der Rückweg versperrt ist. Und
dass es da einen Schatz gibt, der vermutlich sogar wertvoller ist als euer
Horn."
"Behalt
ihn. Mir geht es nur um das Elfenhorn." Nevelle wollte auf keinen Fall
zurückstecken.
"Das gilt
auch für mich", antwortete Hillgrimm.
Rattenfänger zog
die Mundwinkel nach unten: "Wenigstens in diesem Punkt scheint ihr euch
einig zu sein. Mein Vorschlag lautet: Wir finden gemeinsam die Schatzkammer.
Als Waffenbrüder! Bud und ich nehmen das Gold. Ihr streitet in einem fairen
Wettkampf um das Horn. Aber erst, nachdem es gelungen ist, beides hier raus zu
bringen."
"Und
verliere es dann wieder durch Elfenverrat." Hillgrimm drohte mit seiner
Streitaxt. Die Kontrahenten machten sich kampfbereit. Der Harpunier stellte
sich zwischen die Streitenden.
"Schluss
jetzt! Keine Zeit zu streiten. Eines ist mir klargeworden. Der Wert dieses Horn
ist für euch sehr hoch. Doch nur als Gemeinschaft finden wir einen Weg aus
dieser Todesfalle. Falls einer sich nicht auf den anderen verlassen kann, wird
dieses Labyrinth unser Grab sein."
"Und wenn
ich alleine gehe." Die Elfin wollte nicht klein beigeben.
"Viel
Erfolg." Rattenfänger klopfte gegen seine Brust, wo er die Karte
eingesteckt hatte. "Mit welchem Plan? Nevelle sei vernünftig, ohne
Vertrauen und Kameradschaft geht es nicht. Später kämpft meinetwegen um euer
Elfenhorn. Aber jetzt herrscht Frieden!"
Dubek
Er besaß noch
nicht genug Einfluss, um Shadek offen entgegen zu treten. Doch Dubek verstand
sich meisterhaft darauf, Intrigen zu spinnen, Abhängigkeiten zu erzeugen und
Gefälligkeiten einzufordern. Als Vertreter des Oberpriesters gehörte es zu
seinen Pflichten, nachzuforschen, aus welchen Gründen der Alarm ausgelöst
wurde. Niemand schöpfte Verdacht, als er sich nach den Einzelheiten erkundigte.
Er erfuhr, dass sie Wachen vermissten. Es fehlte jede Spur von ihnen. Im nahe
gelegenen Gefängnis gab es einen Ausbruch. Einen Zusammenhang wollte der
Wachhabende nicht ausschließen.
Als er die
Wachkammern kontrollierte, bemerkte er, dass alle leer waren. Sämtliche Wächter
und ihre Reittiere durchkämmten die Gänge unterhalb des Tempels nach
Eindringlingen. Ein solcher Aufwand schien ihm übertrieben. In der Nacht ließ
Shadek sonst den gefürchteten Dämon durch das Labyrinth streifen. Diese
Maßnahme garantierte schon, dass sich kein Unbefugter der Schatzkammer nähern
konnte. Die Kontrolle nun menschlichen Wärtern zu übertragen, hielt er eher für
einen Rückschritt. Es sei denn, sein Kontrahent verfolgte einen eigenen Plan.
Seine Spione
berichteten von Treffen mit zwielichtigen Gestalten in dunklen Kneipen. Je
länger er darüber nachdachte, desto klarer erkannte Dubek, dass Shadek etwas
Ungewöhnliches plante. Vielleicht fand er eine Möglichkeit, dies zu seinem
Vorteil zu verwenden. Er beschloss den Tumult im Labyrinth zu nutzen und rief
nach seinem besten Attentäter.
***
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