Das Elfenhorn: (In der Falle) -8-

Herzlich willkommen im nächsten Kapitel aus "Eisen und Magie: Das Elfenhorn".

Endlich kommt es zur Begegnung der vier Helden. Doch es schwelen zu viel Konflikte und gefährden die Suche nach dem legendären Elfenhorn.


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Und nun viel Spaß!










Hillgrimm


Bis hier hatte es keine Probleme gegeben. Die Tempelmauer war schnell überwunden. Hillgrimm musste zugeben, dass seine neuen Partner ihr Handwerk verstanden. Trotz seiner kräftigen Gestalt bewegte sich Bud lautlos und Rattenjäger verschwand fast unsichtbar in jedem Schatten.

Nur noch wenige Meter und sie erreichten das Versteck des Plans. Unter einer unauffällig markierten Steinplatte sollte er das Pergament finden. Er wartete und lauschte. Nicht auszuschließen, dass es sich um eine Falle handelte.

Aufmerksam beobachtete er die Umgebung. Alles schien in Ordnung zu sein. Vorsichtig hob er die bezeichnete Platte hoch und tastete nach der Karte. Doch der Hohlraum darunter war leer.

Rattenjäger bemerkte sein Zögern. Hillgrimm überprüfte das Zeichen auf der Steinplatte. Er stand zweifellos an der richtigen Stelle.

"Ich versteh das nicht. Genau hier sollte der Plan versteckt sein."

Seine beiden Begleiter glitten sofort in die Schatten. Er verstand ihre Reaktion. Für sie gab es nur zwei Erklärungen. Entweder hatte er gelogen, oder der Garten war eine Falle.

Gespannt wartete er ab. Bei einem Hinterhalt würden sich die Gegner bald zeigen. Doch es blieb still. Schließlich trat Bud vor ihm aus dem Dunkel. Hillgrimm suchte erfolglos nach Rattenfänger, aber leise Geräusche verrieten, dass jemand versuchte, unbemerkt in seinen Rücken zu kommen.

Der Zwerg hob hilflos seine Schultern. "Ich kann es nicht erklären. Shadek hat diese Stelle genau beschrieben."

"Du hast uns belogen. Wir haben wertvolle Zeit verloren. Es ist kaum noch möglich, Nevelle zu befreien." Der Harpunier schien unschlüssig. Wenn dieser Ort keine Falle war, warum hatte Hillgrimm sie dann hierher gelockt.

"Glaub mir. Hier wollte er die Karte verstecken. Unter diesem Stein."

"Er hat Recht!"

Eine schlanke Gestalt trat ins Mondlicht. Nevelle!

Sie sah mitgenommen aus, aber ihre Augen funkelten kampfeslustig. In der Hand hielt die Elfin das gesuchte Pergament.

"Ich nehme an, du suchst dies hier!"

Hillgrimm machte sich kampfbereit. Er brauchte die Karte, er brauchte das Elfenhorn und nichts und niemand konnte ihn aufhalten.

"So sieht also Elfenehre aus. Mir heimlich eine Droge ins Getränk zu schütten, um an meiner Stelle den Schatz zu plündern."

"Das Horn gehört uns Elfen. Wolmann hat es vor langer Zeit geschnitzt."

"Und die goldenen Bänder, es zu binden, stammen von einer Zwergenschmiede."

"Ihr habt es verloren in der Schlacht bei Alterberge. Eure Schuld, dass es verschwand."

"Es gehört uns Zwergen!"

"Sein Platz ist in den Grünen Wäldern."

Beide machten sich kampfbereit. Es galt heraus zu finden, was stärker war. Zwergenkraft oder Baumehre.

Sie tauschten die ersten Schläge. Streitaxt parierte Schwert. Schwert parierte Axt. Hillgrimms Arm behinderte ihn, aber auch Nevelle schien von der Flucht noch mitgenommen.

Zwerg und Elf umkreisten sich, finteten, schlugen und wichen aus. Spitze Kampfschreie der Elfin und böses Knurren des Zwergs wechselten einander ab. Der Kampflärm wurde lauter.

Rattenfänger und Bud beobachteten ratlos den Kampf. Unschlüssig, auf welche Seite sie sich schlagen sollten. Schließlich traf der Harpunier eine Entscheidung. Er schob sich zwischen die beiden Gegner und unterbrach ihren Streit. Der Rattenjäger nickte ihm kurz zu, lauschte und verschwand dann in der Dunkelheit.

"Geh beiseite! Ich will ihn töten“, zischte Nevelle.

"Elfenverrat. Dafür sollst du sterben."

Niemand schien bereit, den Kampf beizulegen. Jeder versuchte an Bud vorbei zu kommen, um seinen Kontrahenten zu besiegen. Der Seefahrer hatte alle Mühe, nicht selber getroffen zu werden. Dann erhielt er Hilfe vom seinem Freund, der mittlerweile zurückgekehrt war.

"Gute Arbeit, ihr Zwei. Euer Lärm hat die Wache alarmiert. Wir müssen hier weg!"

"Wartet." Nevelle warf einen Blick auf die Karte. Die Elfin zeigte zum Fluss. "Diese Richtung führt zu einem geheimen Gang. Die Tempelwachen werden ihn nicht kennen. Von da aus geht es in die Schatzkammer."

Alle vier folgten ihr. Ihr Streit musste warten, zuerst galt es, den Wachen auszuweichen. Die Waldelfin lief voran, das Pergament in der Hand und gab leise Anweisungen. Schließlich stand die kleine Gruppe am Ufer des Kolak, der nahe der Hafenstadt ins Meer mündete.

Nevelle war ratlos.

"Ich bin der Karte gefolgt. Das ist der richtige Weg."

"Elfen! Wer ihnen traut, verliert seinen Kopf. Gib es her." Der Zwerg griff danach, aber die Elfin wich zurück. Sie hob drohend das Schwert.

"Dieb! Dieses Pergament gehört mir. Es lag genau an der Stelle, die Shadek beschrieben hat."

"Zuerst sprach er mit mir. Du erfuhrst davon und hast mich betäubt. Miststück. Daher ist es meine Karte. Her damit! Oder ich schlage dir deinen Schädel ein."

Wieder begannen die beiden Kampfhähne, sich zu umkreisen. Diesmal schritt Rattenjäger ein. Er entriss der Waldelfin den Plan und gab sie an Bud weiter.

"Hier ist jemand, der solche Sachen besser lesen kann. Seefahrer kennen sich mit so was aus." Er fixierte erst Nevelle, dann Hillgrim. "Er besitzt in diesen Dingen mehr Erfahrung als Elfen oder Zwerge. Wir überlassen die Karte ihm. Die Wachen sind jeden Moment da. Unser Ziel ist die Schatzkammer. Keine Zeit zum Streiten."

Bud studierte den Plan. Er ging ein paar Schritte nachdenklich am Ufer entlang. Er schien einen Hinweis gefunden zu haben, denn er übergab das Pergament an Rattenjäger, der es schnell einsteckte.

"Was immer du dort entdeckt hast. Beeil dich, die Wachen sind gleich da."

Der Harpunier nahm ein Seil aus den Säcken und band es an seine Waffe. Das andere Ende verknotete er an einen Baum.

"Ich suche Unterwasser nach einem Zugang. Vermutlich gibt es hier einen Abwasserkanal. Wartet auf mich." Dann verschwand er im Wasser.

***

Bud


Im Gebirge, wo der Kolak entsprang, lebten die Ruthis. Einfache Fischer und Jäger. In ihrer Sprache lautete der Name des Flusses: "Der Ort, wo ewig die Nahrung wartet". Müssten sie hier in der Hafenstadt eine Bezeichnung finden, dann hieße er vermutlich: "Der Ort, wo der Unrat wartet." Kloake fand Bud kürzer und treffender.

Die Sicht war praktisch null. Aufgewirbelter Schlamm behinderte ihn. Seine tastenden Finger orteten eine Öffnung, groß genug, um durchzuschwimmen. Er hielt seine Waffe nach vorne, um in der Dunkelheit gegen kein Hindernis zu stoßen. Nach einer Weile erreichte er den Punkt, an dem er entscheiden musste. Weitertauchen oder umkehren. Er brauchte bald einen Platz zum Luftholen, sein Atemvorrat wurde knapp. Doch die Zeit drängte. Mit jeder Minute wuchs die Gefahr für seine Begleiter, entdeckt zu werden. Er verließ sich auf sein Glück und tauchte weiter.

***



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