Hillgrimm, Bud und Rattenjäger machen sic auf den Weg ins Labyrinth. Nevelle kämpft zur gleichen Zeit noch um ihre Leben. Der Kampf gegen die Ratten ist gewonnen, aber da ist noch der sadistische Gefängniswärter ...
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Und nun viel Spaß!
Hillgrimm
Der Zwerg ahnte, dass Shadek nichts von
Nevelles Gefangennahme wusste. Deshalb wartete die geheime Karte, die er ihm
versprochen hatte, vermutlich noch im gleichen Versteck auf die Elfin.
Allerdings durften die beiden hier nicht erfahren, welche Bedeutung das
Elfenhorn besaß. Er beschloss, ihnen die Idee ins Gefängnis einzudringen,
auszureden. So vermied er die Begegnung mit der Konkurrentin und gewann zwei
nützliche Helfer.
"Ich möchte euch einen anderen
Vorschlag machen. Wir kaufen eure Partnerin morgen früh frei."
"Freikaufen? Wo sollte so viel Geld
herkommen." Langsam kamen Bud Zweifel, ob sie sich den richtigen Partner
ausgesucht hatten.
Hillgrimm litt immer noch unter seinem
Kater. Nur mit Mühe gelang es, die Gedanken zu sammeln. Die Kerle durften
keinen Verdacht schöpfen: "Shadek wollte mich nicht ohne Grund umbringen.
Er kannte meinen Plan, in die Schatzkammer des Tempels einzubrechen."
Bud nahm seine Harpune und richtete die
Waffe auf den Zwerg. "Für wie dumm hältst du uns? Da kommt man vielleicht
rein. Aber nicht wieder raus."
"Das stimmt. Der Zufall spielte mir
eine Karte in die Hände. Alle Fallen sind dort verzeichnet. Sie führt ihren
Besitzer genau zum Schatz und hinaus."
Doch der Seefahrer war noch nicht
beruhigt. "Und der unheimliche Wächter."
"Es gibt keinen. Ein Gerücht, dass
die Priesterschaft in die Welt gesetzt hat. Es soll Neugierige
fernhalten." Der Zwerg hoffte, dass Shadek sein Versprechen hielt, in
dieser Nacht das Ungeheuer einzusperren.
Einen Moment lang, sah es so aus, als ob
Bud seine Harpune benutzen wollte, aber Rattenfänger drückte seinen Wurfarm
herunter.
"Ich fasse mal zusammen. Wir dringen
zu dritt in den Tempel ein und nehmen so viel mit, wie wir tragen können. Und
kaufen damit Nevelle morgen auf dem Sklavenmarkt frei."
"Du hast es erfasst."
"Das klingt zu gut, um wahr zu sein.
Wenn es so einfach ist, wozu brauchst du uns dann?"
Hillgrimm strich über seine Wunde.
"Mein Arm könnte mich im Stich lassen. Überleg mal. Wir besitzen eine
genaue Karte, der Wächter nichts als ein Gerücht, das die Priester in die Welt
gesetzt haben. Vergleiche das mit dem Aufwand, der nötig ist, um ins Gefängnis
einzudringen. Die Wärter dort sind aus Fleisch und Blut und niemand weiß, in
welchem Teil Nevelle festgehalten wird."
Rattenfell überlegte. Dann meinte er:
"Da ist was dran. Wie hoch sollte dein Anteil ausfallen."
"Mir reicht dieses Horn. Damit wäre
ich zufrieden. Nehmt, soviel ihr tragen könnt. Es ist reichlich da. Gold,
Edelsteine, Schmuck. Nur dieses Horn, dass nehme ich. Keine weiteren
Bedingungen."
***
Nevelle
Ferke ließ ihr ein gebratenes Hühnchen und
einen Tonkrug voll Wasser bringen. Nevelle traute ihm zu, Drogen unter die
Speisen gemischt zu haben. Doch die Elfin beschloss, das Risiko einzugehen. Für
die Flucht brauchte sie jeden Funken Kraft. Die zwei Leibwächter nahmen ihr zum
Essen die Fesseln nicht ab. Jedoch ließen die Wärter in ihrer Aufmerksamkeit
nicht nach. Ihr Boss hatte ihnen eingeschärft, dass ihre Gefangene bestimmt
fliehen wollte. Der Händler heuerte gewöhnlich erfahrene Veteranen an. Beide
trugen ihre Schwerter mit der Gelassenheit und Übung vieler Jahre. Dennoch
rechnete sich die Waldelfin in einem regulären Zweikampf eine gute Chance aus.
Aber zuvor galt es, sich eine Waffe zu besorgen.
Die Elfin hatte Glück. Mangind öffnete die
Tür. Der zahnlose Mund machte seine Worte schwer verständlich. Der
Sklavenhändler hatte ihm danach aufgetragen, seine Leibwächter vor die Zelle
herauszuschicken. Angeblich wollte Ferke neue Anweisungen erteilen. Nevelles
Gelegenheit kam, als alle drei Männer zusammen hinausgingen. Sie nahm den
leeren Krug und zerbrach ihn vorsichtig an der Steinwand. Das Ergebnis waren
zwei scharfe Bruchstücke, die die Waldelfin im Stroh verbarg. Jetzt musste nur
einer ihrer Wachen nahe genug ran kommen.
***
Schiffsfriedhof
Hillgrimm wartete am Ufer. Seine beiden
Mitstreiter diskutierten auf dem Schiff über seinen Vorschlag. Er hatte nicht
viel Zeit gehabt, sich einen Plan zurecht zulegen. Doch er hoffte, dass er
gelingen würde. Wenn er auch eine Menge Lügen aufgetischt hatte, ein Punkt
entsprach der Wahrheit. Die Verletzung am Arm war zu groß, um alleine in das
Labyrinth unterhalb des Tempels zu gehen. Die Karte zeigte zwar den genauen Weg
zur Schatzkammer. Aber, ob er ohne Hilfe allen Fallen und Gefahren ausweichen
konnte, blieb ungewiss. Und er hatte Recht. Das erbeutete Gold reichte aus, die
Gefangene später freizukaufen. Das Horn sollte ihm ausreichen.
Es tat sich was. Seine neuen Partner
verließen das Schiff.
***
Nevelle
Zuerst galt es, ihre Aufpasser in
Sicherheit zu wiegen. Die Elfin versuchte, eine unterwürfige Miene zu zeigen.
Sie senkte ihren Blick, kniete hin. Die Tonscherben in Reichweite erwartete
Nevelle die Rückkehr ihrer Wächter. Ihre größten Waffen waren Überraschung und
ihre Schnelligkeit. Nur so konnte es gelingen, einen Wärter mit einer Scherbe
zu töten. Ihr Plan sah vor, sein Schwert zu nehmen und den letzten Bewacher im
Kampf zu bezwingen.
Geräusche aus dem Zellengang. Ihre
Peiniger kamen zurück.
***
Hillgrimm
Offenbar hatten seine neuen Freunde sich
entschieden. Bud trug neben seiner Harpune einen Sack, Rattenjäger jonglierte
mit Shadeks Messer.
Hillgrimm schätzte, dass der Beutel etwa
seine Größe hatte. Auch sonst sahen die Beiden kampflustig aus. Instinktiv
fasste er seine Streitaxt fester. Wenn es zu einem Kampf kam, wollte er
vorbereitet sein.
***
Nevelle
Die Zellentür öffnete sich, doch niemand
trat ein. Die Elfin blieb in ihrer knienden Haltung. Unauffällig verlagerte sie
ihr Gewicht. Vielleicht wurde es nötig, schnell aufzuspringen.
Plötzlich flog ein schwerer Gegenstand auf
den Zellenboden. Überrascht erkannte Nevelle einen Menschenkopf. Ein Zweiter
folgte und rollte bis fast zu ihren Knien. Es handelte sich um die Köpfe ihrer
Leibwächter. Dann schob sich Mangind in die Zelle.
"Leischde Arbeit. Kobbf ab. Jeft
du".
Ihr Kerkermeister hatte offensichtlich
Geschmack an Elfenfleisch gewonnen.
***
Hillgrimm
Rattenjäger fand augenscheinlich Gefallen
an Shadeks Wurfmesser. Er wirbelte beängstigend oft und nah vor dem Zwerg damit
herum.
"Wir folgen deinem Plan. Du kannst
dir vorstellen, was passiert, wenn du versuchst, uns reinzulegen. Aber die
Schätze des Tempels sollten ausreichen, Nevelle freizukaufen."
"Und die Sachen da?" Hillgrimm
zeigte misstrauisch auf Buds Beutel.
"Fackeln. Im Labyrinth wird’s dunkel.
Säcke für die Beute."
"Gute Idee." Der Zwerg seufzte
zufrieden. "Genug geredet. Die Schatzkammer wartet."
**
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