Das Elfenhorn (Intrigen und Ratten) -6-




Herzlich willkommen im nächsten Kapitel aus "Eisen und Magie: Das Elfenhorn.

Hillgrimm, Bud und Rattenjäger machen sic auf den Weg ins Labyrinth. Nevelle kämpft zur gleichen Zeit noch um ihre Leben. Der Kampf gegen die Ratten ist gewonnen, aber da ist noch der sadistische Gefängniswärter ...


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Und nun viel Spaß!













Hillgrimm


Der Zwerg ahnte, dass Shadek nichts von Nevelles Gefangennahme wusste. Deshalb wartete die geheime Karte, die er ihm versprochen hatte, vermutlich noch im gleichen Versteck auf die Elfin. Allerdings durften die beiden hier nicht erfahren, welche Bedeutung das Elfenhorn besaß. Er beschloss, ihnen die Idee ins Gefängnis einzudringen, auszureden. So vermied er die Begegnung mit der Konkurrentin und gewann zwei nützliche Helfer.

"Ich möchte euch einen anderen Vorschlag machen. Wir kaufen eure Partnerin morgen früh frei."

"Freikaufen? Wo sollte so viel Geld herkommen." Langsam kamen Bud Zweifel, ob sie sich den richtigen Partner ausgesucht hatten.

Hillgrimm litt immer noch unter seinem Kater. Nur mit Mühe gelang es, die Gedanken zu sammeln. Die Kerle durften keinen Verdacht schöpfen: "Shadek wollte mich nicht ohne Grund umbringen. Er kannte meinen Plan, in die Schatzkammer des Tempels einzubrechen."

Bud nahm seine Harpune und richtete die Waffe auf den Zwerg. "Für wie dumm hältst du uns? Da kommt man vielleicht rein. Aber nicht wieder raus."

"Das stimmt. Der Zufall spielte mir eine Karte in die Hände. Alle Fallen sind dort verzeichnet. Sie führt ihren Besitzer genau zum Schatz und hinaus."

Doch der Seefahrer war noch nicht beruhigt. "Und der unheimliche Wächter."

"Es gibt keinen. Ein Gerücht, dass die Priesterschaft in die Welt gesetzt hat. Es soll Neugierige fernhalten." Der Zwerg hoffte, dass Shadek sein Versprechen hielt, in dieser Nacht das Ungeheuer einzusperren.

Einen Moment lang, sah es so aus, als ob Bud seine Harpune benutzen wollte, aber Rattenfänger drückte seinen Wurfarm herunter.

"Ich fasse mal zusammen. Wir dringen zu dritt in den Tempel ein und nehmen so viel mit, wie wir tragen können. Und kaufen damit Nevelle morgen auf dem Sklavenmarkt frei."

"Du hast es erfasst."

"Das klingt zu gut, um wahr zu sein. Wenn es so einfach ist, wozu brauchst du uns dann?"

Hillgrimm strich über seine Wunde. "Mein Arm könnte mich im Stich lassen. Überleg mal. Wir besitzen eine genaue Karte, der Wächter nichts als ein Gerücht, das die Priester in die Welt gesetzt haben. Vergleiche das mit dem Aufwand, der nötig ist, um ins Gefängnis einzudringen. Die Wärter dort sind aus Fleisch und Blut und niemand weiß, in welchem Teil Nevelle festgehalten wird."

Rattenfell überlegte. Dann meinte er: "Da ist was dran. Wie hoch sollte dein Anteil ausfallen."

"Mir reicht dieses Horn. Damit wäre ich zufrieden. Nehmt, soviel ihr tragen könnt. Es ist reichlich da. Gold, Edelsteine, Schmuck. Nur dieses Horn, dass nehme ich. Keine weiteren Bedingungen."

***

Nevelle


Ferke ließ ihr ein gebratenes Hühnchen und einen Tonkrug voll Wasser bringen. Nevelle traute ihm zu, Drogen unter die Speisen gemischt zu haben. Doch die Elfin beschloss, das Risiko einzugehen. Für die Flucht brauchte sie jeden Funken Kraft. Die zwei Leibwächter nahmen ihr zum Essen die Fesseln nicht ab. Jedoch ließen die Wärter in ihrer Aufmerksamkeit nicht nach. Ihr Boss hatte ihnen eingeschärft, dass ihre Gefangene bestimmt fliehen wollte. Der Händler heuerte gewöhnlich erfahrene Veteranen an. Beide trugen ihre Schwerter mit der Gelassenheit und Übung vieler Jahre. Dennoch rechnete sich die Waldelfin in einem regulären Zweikampf eine gute Chance aus. Aber zuvor galt es, sich eine Waffe zu besorgen.

Die Elfin hatte Glück. Mangind öffnete die Tür. Der zahnlose Mund machte seine Worte schwer verständlich. Der Sklavenhändler hatte ihm danach aufgetragen, seine Leibwächter vor die Zelle herauszuschicken. Angeblich wollte Ferke neue Anweisungen erteilen. Nevelles Gelegenheit kam, als alle drei Männer zusammen hinausgingen. Sie nahm den leeren Krug und zerbrach ihn vorsichtig an der Steinwand. Das Ergebnis waren zwei scharfe Bruchstücke, die die Waldelfin im Stroh verbarg. Jetzt musste nur einer ihrer Wachen nahe genug ran kommen.

***

Schiffsfriedhof


Hillgrimm wartete am Ufer. Seine beiden Mitstreiter diskutierten auf dem Schiff über seinen Vorschlag. Er hatte nicht viel Zeit gehabt, sich einen Plan zurecht zulegen. Doch er hoffte, dass er gelingen würde. Wenn er auch eine Menge Lügen aufgetischt hatte, ein Punkt entsprach der Wahrheit. Die Verletzung am Arm war zu groß, um alleine in das Labyrinth unterhalb des Tempels zu gehen. Die Karte zeigte zwar den genauen Weg zur Schatzkammer. Aber, ob er ohne Hilfe allen Fallen und Gefahren ausweichen konnte, blieb ungewiss. Und er hatte Recht. Das erbeutete Gold reichte aus, die Gefangene später freizukaufen. Das Horn sollte ihm ausreichen.

Es tat sich was. Seine neuen Partner verließen das Schiff.

***

Nevelle


Zuerst galt es, ihre Aufpasser in Sicherheit zu wiegen. Die Elfin versuchte, eine unterwürfige Miene zu zeigen. Sie senkte ihren Blick, kniete hin. Die Tonscherben in Reichweite erwartete Nevelle die Rückkehr ihrer Wächter. Ihre größten Waffen waren Überraschung und ihre Schnelligkeit. Nur so konnte es gelingen, einen Wärter mit einer Scherbe zu töten. Ihr Plan sah vor, sein Schwert zu nehmen und den letzten Bewacher im Kampf zu bezwingen.

Geräusche aus dem Zellengang. Ihre Peiniger kamen zurück.

***

Hillgrimm


Offenbar hatten seine neuen Freunde sich entschieden. Bud trug neben seiner Harpune einen Sack, Rattenjäger jonglierte mit Shadeks Messer.

Hillgrimm schätzte, dass der Beutel etwa seine Größe hatte. Auch sonst sahen die Beiden kampflustig aus. Instinktiv fasste er seine Streitaxt fester. Wenn es zu einem Kampf kam, wollte er vorbereitet sein.

***

Nevelle


Die Zellentür öffnete sich, doch niemand trat ein. Die Elfin blieb in ihrer knienden Haltung. Unauffällig verlagerte sie ihr Gewicht. Vielleicht wurde es nötig, schnell aufzuspringen.

Plötzlich flog ein schwerer Gegenstand auf den Zellenboden. Überrascht erkannte Nevelle einen Menschenkopf. Ein Zweiter folgte und rollte bis fast zu ihren Knien. Es handelte sich um die Köpfe ihrer Leibwächter. Dann schob sich Mangind in die Zelle.

"Leischde Arbeit. Kobbf ab. Jeft du".

Ihr Kerkermeister hatte offensichtlich Geschmack an Elfenfleisch gewonnen.

***


Hillgrimm


Rattenjäger fand augenscheinlich Gefallen an Shadeks Wurfmesser. Er wirbelte beängstigend oft und nah vor dem Zwerg damit herum.

"Wir folgen deinem Plan. Du kannst dir vorstellen, was passiert, wenn du versuchst, uns reinzulegen. Aber die Schätze des Tempels sollten ausreichen, Nevelle freizukaufen."

"Und die Sachen da?" Hillgrimm zeigte misstrauisch auf Buds Beutel.

"Fackeln. Im Labyrinth wird’s dunkel. Säcke für die Beute."

"Gute Idee." Der Zwerg seufzte zufrieden. "Genug geredet. Die Schatzkammer wartet."

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