Herzlich willkommen im nächsten Kapitel von "Eisen und Magie; Das Elfenhorn".
Ihre Anwesenheit im Labyrinth ist den Wachen aufgefallen. Unseren Helden bleibt nur die Möglichkeit zu fliehen. Bald endet ihre Flucht in einer Sackgasse. Und es kommt noch schlimmer!
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Und nun viel Spaß
Rattenjäger
Der
Lärm war ohrenbetörend. Bud kam zu keinem zweiten Schritt. Die Treppe brach
sofort ein. Holzstaub wirbelte auf, nahm die Sicht und erschwerte das Atmen.
Rattenjäger beschloss, sich nicht eher zu bewegen, bis sich der Staub gelegt
hatte. Zu seiner Erleichterung brannten wenigstens die Fackeln noch.
Fluchend
betastete der Harpunier Arme und Beine. Er prüfte, ob er bei dem Sturz Brüche
erlitten hatte. Zu seinem Glück schien er von größeren Verletzungen verschont
worden zu sein. Lediglich beim Einatmen zuckte er schmerzhaft zusammen. Sein
Freund vermutete, dass er sich ein oder mehrere Rippen geprellt hatte. Doch der
robuste Seemann stand schon wieder. Leicht schwankend, aber etwas benommen,
hielt er trotz des Falls seine Harpune in der Hand.
Hillgrimm
durchsuchte die Holztrümmer nach seinem Eigentum. "So ein Trottel. Weißt
du, wie schwer es ist, diese Sachen in meiner Größe hier zu finden."
Alles
in allem war das Glück auf ihrer Seite gewesen. Das morsche Holz dämpfte Buds
Sturz und verhinderte schlimmere Verletzungen. Auch die Zahl der
neuen Beulen an der Zwergenrüstung hielt sich in Grenzen. Nevelle fand noch
einen Schlauch Wein, der diesen Zwischenfall unbeschadet überstanden hatte.
Gemeinsam spülten sich die Abenteurer den Geschmack von Moder und Holzdreck aus
dem Mund.
Rattenjäger
machte sich mehr Sorgen um die Wachen. Das Geräusch der zusammenbrechenden
Treppe zeigte ihren Verfolgern die Stelle, an der sie mit der Suche beginnen
konnten. Er drängte seine Gefährten zum Weitergehen und übernahm die Führung.
Nach
einem hastigen Fußmarsch teilte sich der Weg. Bud schaute Rattenfänger an und
wartete auf seine Wahl. "Links oder rechts?"
Sein
Freund zögerte, dann entschied er sich für den linken Durchgang. Aber Nevelle
hielt ihn an. "Wieso nimmst du diesen Gang? Kennst du die Karte
mittlerweile auswendig?"
"Die
Wahrscheinlichkeit, dass es sich um die richtige Entscheidung handelt, liegt
bei fünfzig zu fünfzig. Wenn du möchtest, können wir auch einen anderen Weg
nehmen."
Hillgrimm
fragte überrascht. "Du hast vorhin das Pergament eingesteckt. Schau doch
nach!"
Rattenfänger
zuckte mit den Schultern. "Er steckte in der Innentasche. Aber beim
Schwimmen ist er vermutlich aus meiner Tasche gerutscht. In der Kammer war er
auf einmal verschwunden."
"Das
heißt, wir irren hier ohne einen Lageplan herum. Warum erfahren wir das erst
jetzt?"
"Irgendwie
fand ich keinen passenden Moment, es zu erzählen."
Hillgrimm
lauschte in den Gang und forderte Ruhe. "Was ist das für ein Geräusch.
Kennt einer von euch dieses seltsame Schlurfen?"
Bud
meldete sich. "Das ist ein Reitskorpion." Er verbesserte sich.
"Nein, es sind mehrere."
"Plan
hin oder her", meinte Nevelle. Damit ist die Entscheidung klar. Ab nach
rechts."
Die
Gefährten folgten dem Gang bis zur nächsten Abzweigung. Der Harpunier ging
etwas zurück. Dann horchte er. "Die Wachen verfolgen uns. Rasch
weiter."
Die
Elfin wählte spontan einen Durchgang. Doch nach wenigen Minuten verzweigte er
wieder. Sie hielten an und Bud lauschte erneut. "Die Skorpione sind immer
noch da."
Die
Vier beschleunigten ihre Schritte, um mehr Abstand zu gewinnen. Mittlerweile
hatte Hillgrimm die Führung übernommen. Die Welt hier unten erinnerte den Zwerg
an die Minen seiner Heimat. Aber welche Wahl er auch traf, jedes Mal folgten
ihnen die Verfolger. Die Geräusche schienen sogar nähergekommen zu sein.
Schließlich
endete ihre Flucht in einer Sackgasse. Es war zu spät, um umzukehren und einen
neuen Weg zu nehmen. Am anderen Ende des Gangs sah Rattenfänger bereits das
Licht ihrer Fackeln. Er erkannte Reitskorpione und Fußsoldaten. Zu ihrem Pech
verbreitete sich der Durchgang an dieser Stelle so weit, dass jeweils
zwei der Skorpione gleichzeitig angreifen konnten. Das verringerte ihre Chancen
für eine erfolgreiche Gegenwehr. Zwar brauchten sie keinen Angriff in ihrem
Rücken zu befürchten, aber ihre Gegner besaßen genügend Platz, um ihre größere
Anzahl zu ihrem Vorteil einzusetzen. Ein paar Wärter würden ihr Leben lassen,
doch früher oder später die Eindringlinge besiegen. Er beschloss, es ihnen so
schwer wie möglich zu machen. Als er sich umdrehte, um Anweisungen zu geben,
waren Nevelle und Hillgrimm verschwunden.
Nevelle
Die
Elfin fühlte, dass ihr Tritt ins Leere ging. Eben noch versuchte sie, die Zahl
der Wachen im unsteten Flackern der Fackeln zu schätzen. Um eine bessere
Übersicht zu gewinnen, trat die Waldelfin bis an den Rand der Mauer, die die
Sackgasse abschloss.
Keine
morschen Trümmer dämmten ihren Aufprall. Dennoch knirschte es unter ihren
Füßen, als Nevelle sich keuchend an der Wand festhielt, um aufzustehen. Ihre
Fackel lag neben ihr und beleuchtete einen kleinen Raum, der an die Zelle
erinnerte, aus der die Waldgeborene vor kurzem entkommen war.
Im
nächsten Moment fiel eine Gestalt hinunter und prallte nicht weit von ihr auf.
Die Elfin trat näher und erkannte den Zwerg. Einen Augenblick lang kam ihr der
Gedanke, ihren Konkurrenten zu töten. Ein schneller Schlag gegen seinen Kopf
und das Elfenhorn gehörte ihr. Seinen Tod würde sie mit seinem Sturz erklären
können.
Hillgrimm
war bewusstlos. Seinem Volk fehlte die katzenhafte Geschmeidigkeit der Elfen,
die Nevelle vor schwereren Verletzungen bewahrt hatte. Er blutete aus einer
Kopfwunde, die behandelt werden musste. Doch die Waldelfin senkte ihr Schwert.
Die Idee, einen Wehrlosen zu erschlagen, bereitete ihr Angst. Dass die Gier
nach dem Horn so stark in ihr wachsen konnte, dass sie beinahe einen Hilflosen
umgebracht hatte, erschreckte die Elfin.
Ein
Blick nach oben verriet ihr, den Grund für ihren Sturz. Ihre Augen fanden einen
dünnen Schlitz in der Decke, der sich im Licht aus der Kammer über ihr
abzeichnete. Seine kaum erkennbaren Linien ergaben ein Rechteck. Vermutlich befand
sich dort eine versteckte Falltür.
Das
Fackellicht zeigte, dass sie nicht ihre ersten Opfer waren. Es beleuchtete
kleine Haufen Menschenknochen überall verstreut. Anscheinend hatte dieser Raum
als Verlies gedient. Es gab keinen Ausgang, nur fest gemauerte Wände. Doch
zunächst musste die Wunde des Zwerges versorgt werden. Vorsichtig drehte
Nevelle den Verletzten um und untersuchte seine Verletzungen. Hillgrimm stöhnte
leise, dann öffnete er die Augen.
"Elfenbrut!
Was hast du vor? Nimm deine Finger weg. Wo sind wir?"
"Du
bist auf eine Falltür getreten und in diese Zelle gestürzt. Dein Kopf hat
deinen Fall abgebremst. Wenn ich daran denke, wie viel dummes Zeug du erzählst,
nicht zum ersten Mal."
"Wo
stecken die anderen?"
***
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