Das Elfenhorn (Die Jagd) -16-

Herzlich willkommen im nächsten Kapitel von "Eisen und Magie; Das Elfenhorn".

Die Anwesenheit unsere Helden  weckt die Aufmerksamkeit eines gefährlichen Gegners. Getreu den Regeln handelt es sich so kurz vor Schluss den Endgegner. Unsere Freunde ahnen es bereits, bald stehen sie dem Wächter des Labyrinths gegenüber.

Erwähnte ich schon, dass er unverwundbar ist? 

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Und nun viel Spaß

Der Wächter


Lautlos bewegte sich der Wächter durch das leere Labyrinth. Er besaß kein Zeitgefühl, seine Existenz bestand aus Jagen und Fressen. Seine ältesten Erinnerungen zeigten ihm, dass er immer dafür gelebt hatte. Nur Hunger trieb das Wesen an, magische Zeichen auf Böden und Gängen begrenzten die Wege, die er durchstreifen durfte. Vor verschlossenen Türen schnüffelte er, ob sich dahinter Opfer befanden. Holz und dünnes Mauerwerk bildeten kein Hindernis für seine ungeheure Kraft. Sie konnten den Dämon nicht aufhalten. Aber bisher verlief die Suche erfolglos. Seine primitiven Sinne kannten weder Langeweile, Müdigkeit oder Enttäuschung. Irgendwann tönte der Ruf seines Meisters, der ihn zurück in die Zelle rief. Er würde gehorchen und warten. Bis zur nächsten Jagd.

Seine gespaltene Zunge erforschte die Gerüche in dem einsamen Gewölbe. Er war nicht alleine hier unten. Irgendwo in dunklen Gängen wartete Beute. Sein Geruchssinn führte das Wesen tiefer und tiefer in die Katakomben.

Rattenjäger


Die Harpune verschwand im Dunkeln. Hillgrimm zog sie und das angeknüpfte Tau nach oben. Er hoffte, dass der Zwerg zur Vernunft kam. Seine Forderung, Nevelle im Verlies zurück zu lassen, überraschte Rattenjäger. Einen Moment lang überlegte er, ob er die Feindschaft zwischen beiden Völkern nicht unterschätzte. Er kannte den Kurzen erst seit diesem Abenteuer. Aber es reichte aus, um zu zeigen, dass es sich um einen Kameraden handelte, der einen in der Not nicht im Stich ließ.

Er beobachtete seine Gefährten. Die Elfin stand abseits mit verschränkten Armen und dem Gesicht zur Wand. Er hatte noch nie gesehen, dass sich seine Freundin für etwas schämte.

Bud durchsuchte die Überreste der toten Zwerge nach Brauchbaren. Er begann damit, vermoderte Kleidungsstücke und Knochen zu sammeln. Nicht mehr lange und ihre letzte Fackel verlöschte. Dann konnte er die ausgetrockneten Teile anzünden, um den Zeitpunkt, bis sie endgültig in tiefer Finsternis auf ihren Tod warteten, hinauszuzögern.

Direkt vor seiner Nase fiel das Ende des Seils hinunter.

"Das Entermesser steckt noch in der Wand. Ich habe das Tau daran befestigt. Der Knoten sollte reichen, aber sicherheitshalber klettert zuerst der Leichteste hinauf."

Der Zwerg hatte seinen Groll anscheinend überwunden.

"Das wäre Nevelle", rief Rattenfänger ihm zu.

"Geht in Ordnung. Die Elfin wird mir, wenn sie hier ist, helfen, euch hochzuziehen. Im Moment ist niemand da. Doch das kann sich schnell ändern. Also verliert keine Zeit!"

Der Rattentöter berührte seine Freundin leicht an der Schulter. Sie drehte sich um, den Blick immer noch zu Boden gerichtet. Dann trat die Waldelfin an das Seil, prüfte kurz seinen Halt und kletterte hinauf.

Der Wächter


Sein Körper war für die engen Gänge und Winkel der Welt unterhalb des Tempels geschaffen. Er verließ sich nur auf seinen Geruchssinn, wenn er seine Beute verfolgte. Schnell hatte er gelernt, zwischen der Witterung der Wachen und einem neuen unbekannten Geruch zu unterscheiden. Bald kannte er sogar die genaue Anzahl der Wesen, die auf ihn warteten.

Hillgrimm


Er reichte der Elfin seine Hand, um ihr zu helfen. Nevelle zögerte einen Augenblick, dann nahm sie seine Hilfe an. Ihr Händedruck dauerte einen Atemzug länger als nötig. In diesem Moment beschlossen die Rivalen ohne weitere Worte, sich gegenseitig zu vertrauen. Ein ehrlicher Zweikampf würde entscheiden, wer das Elfenhorn zu seinem Volk bringen durfte.

Der Zwerg überprüfte den festen Sitz des Taus und forderte die beiden Gefährten im Verlies auf, hoch zu klettern. Zusammen sicherten die ehemaligen Streithähne das Tau, falls das Entermesser aus der Mauer herausgerissen werden sollte.

Bud brachte als Letzter ihren Beutel nach oben. Er war froh, sein Messer und die geliebte Harpune wieder zu finden. Der Sack schien schwerer als vorher zu sein. Hillgrimm warf einen fragenden Blick und der Seefahrer zeigte ihm seinen Inhalt.

"Wenn du den Ring zurückbringst, dann nimm doch die Schädel deines Onkels und seiner Söhne mit. Es gibt keinen Grund, warum ihre Gebeine in diesem finsteren Loch bleiben sollten. Ich bin sicher, ihr findet in euren Minen und unterirdischen Städten einen Ehrenplatz."

Hillgrimm dankte dem Harpunier. "Dieser Gedanke hätte mir selber kommen müssen. Aber in der letzten Zeit ..."

Bud schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter. "Wir alle machen Fehler. Freunde sind dafür da, um sie zu verhindern. Nicht immer gelingt das. Was solls. Ich verwahre die Schädel für dich, bis wir einen Ausgang erreicht haben."

Der Zwerg bedankte sich, dann hielten die vier Gefährten Kriegsrat.

Hillgrimm traute sich zu, mit den Angaben, die er im Verlies gefunden hatte, einen Weg in die Schatzkammer zu finden. "Wir befinden uns zwar in einem Labyrinth, aber sein Aufbau folgt festen Regeln. Man kann Mauern nicht ohne einen Plan errichten. Selbst wenn nicht alle Runen auf der Wand lesbar waren, traue ich mir zu, euch dorthin zu führen. Ein anderes Problem sind die Wachen."

"Shadek hat sie weggeschickt. Warum? Könnte was an der Legende dran sein, dass ein Dämon diese Katakomben durchstreift."

Hillgrimm zog seine Stirn in Sorgenfalten. "Eigentlich gibt es nur eine Möglichkeit. Nämlich so schnell es geht, die Kammer mit dem Elfenhorn erreichen. Dort wären wir erst mal sicher. Da Shadek uns nicht erwarten wird, wird der Schatz nicht bewacht sein. Beziehungsweise die Reste, die der Tempelpriester übrig ließ. Dann können wir das Horn ungehindert wegnehmen und flüchten."

Der Zwerg übernahm die Führung, ihm folgten Nevelle und der Rattenfänger. Der Harpunier trug als Schlusslicht ihren Beutel. Er erhielt nur noch die Gebeine von Hillgrimms Verwandten. Ihr Wein war ausgetrunken, mittlerweile brannte ihre letzte Fackel. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg.

***


Er konnte seine Beute bereits schmecken. Zwei Menschen, ein Elf und ein Zwerg. In der Ferne erkannten seine schwachen Augen das Flackern eines Lichtes. Es verschwand jedes Mal, wenn sein Träger abbog, aber sein Geruchssinn brachte das Wesen immer wieder auf die richtige Spur.


***


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